Geschenkpapier selber drucken: Die umweltfreundliche Variante

Weihnachten steht vor der Tür! Und es gibt Unmengen von Geschenken, die wiederum auch alle eingepackt werden müssen. Die Geschenke bleiben ja nur wenige Stunden im Geschenkpapier. Danach wird alles aufgerissen und ein riesen großer Müllberg entsteht. Seit einiger Zeit ist der mir ein Dorn im Auge. Ich möchte diesen ganzen Müll einfach nicht mehr. Ich möchte ihn mir weder ins Haus holen, noch produzieren, noch entsorgen und schon gar nicht möchte ich, dass dadurch mehr Umweltressourcen verbraucht werden. Darum haben wir uns in diesem Jahr mal nach einer Alternative umgesehen. Da traf es sich, dass vor Weihnachten die „Sendung mit der Maus“ einen Beitrag gezeigt hat, indem Geschenkpapier in der Tat selber gedruckt wurde. Hier könnt ihr euch den Film mal anschauen.

Das hat uns wirklich gut gefallen. Also haben wir uns dran gemacht, unser Geschenkpapier zu Weihnachten selber zu drucken. Dieses Experiment möchte ich gern mit euch teilen – darum habe ich alles mit der Kamera festgehalten.

Ihr braucht:

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  • Packpapier, am besten 100 % recyceltes Material
  • doppelseitiges Klebeband
  • Kreppband
  • Nudelholz
  • Moosgummi
  • Scheren
  • Farben

Statt des Packpapiers kann man auch alte Tapete oder Seidenpapier nehmen. Wichtig ist, dass es entweder komplett recycelt wurde oder aber eben zweitverwertet wird. Außerdem ist Packpapier recht dünn und lässt sich später gut falten. Die Farbe gefällt mir außerdem auch sehr. Und wenn man dann alles zusammen hat, was dann?

Dann geht’s auch schon los. Das Nudelholz wird mit Kreppband umwickelt, damit man es sich nicht komplett versaut und damit später alles besser abgeht. Auf die Rückseite des Moosgummis das doppelseitige Klebeband komplett aufkleben. Anbei nochmal zwei Bilder.

Und nun fängt man an, auf der Rückseite des Moosgummis, also da, wo das doppelseitige Klebeband ist, Motive aufzumalen. Wir haben als Vorlage Ausstecher genutzt. Freihändig Sterne malen – no way! Das schneidet man dann aus. Mit der Schere kann man auch Wellen ausschneiden oder aber mit der Zickzack-Schere Streifen aus dem Moosgummi schneiden. Wir haben anfangs sehr große Teile ausgeschnitten – so groß war das Nudelholz gar nicht. Also darauf achten, dass man eher auch mal kleine Sachen dazwischen hat.

Im Anschluss werden die Teile vom Trägerpapier des doppelseitigen Klebebandes befreit und dann auf das Nudelholz geklebt. Wir haben darauf geachtet, dass sich die Teile nicht überlappen. Es darf auch gern richtig schön voll sein – aber das ist sicher Geschmackssache. Wer mag, kann auch Buchstaben auf das Nudelholz machen. Das haben wir im zweiten Schritt gemacht – da erkläre ich auch gleich noch, was man da beachten muss. Aber zurück zum Bekleben:

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Ein ganzes Nudelholz voller weißer Moosgummi-Teile, die jetzt wie ein Stempel fungieren. Dann wurde es eigentlich erst richtig spannend – die Farbe kam ins Spiel. Wir haben uns für zwei Farben entschieden: ein helles Rot, das schon ziemlich viel pink drin hatte und Gold. Klassische Weihnachtsfarben halt. Zuerst das Rot. Um das Nudelholz richtig mit Farbe voll zu matschen, haben wir das Rot auf ein Tablett gegeben und verteilt. Besser wäre wohl eine Glasplatte gewesen – aber wenn man das nicht hat, sollte man sich eine möglichst große flache Unterlage suchen. In unserem Fall eben das Tablett. Und wie die Farbe da so draufmatschte… mhhhh… ein Spaß für das Kind!

DSC_1186Gut sind übrigens Farben, die kräftig decken. Wassermalfarben eignen sich dafür überhaupt nicht. Gut sind Fingermalfarben (vom Schweden zum Beispiel) oder Acrylfarben aus dem Baumarkt. Da aber drauf achten, dass die jetzt nicht hoch ätzend sind. Und nun geht die Schmiererei erst richtig los. Das Nudelholz wird durch die Farbe gerollt, bis sie sich überall verteilt hat. Man kann auch mit einem Pinsel nachhelfen, wenn das Nudelholz nicht so gut rollt. Dann auf das Packpapier setzen und drucken bzw rollen. Anfangs muss man erstmal testen. Da kann es sein, dass die erste Bahn noch schmiert. Nach hinten hin muss man ordentlich Druck drauf geben, damit auch noch Farbe auf dem Papierbogen landet. Aber den Dreh hat man schnell raus. So haben wir 10 Bögen Packpapier gedruckt.

Hier mal der Druckvorgang in Bilder:

Die Farbe trocknet auch wirklich schnell. Das war super, denn wir wollten ja auch noch Schrift auf das vorhandene Muster drucken. Dafür also das Nudelholz entkleidet, schnell wieder mit Kreppband umwickelt und die Buchstaben vorbereitet.

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Bei den Buchstaben H und O muss man jetzt nicht wirklich was beachten. Bei vielen anderen aber muss man darauf achten, die Buchstaben spiegelverkehrt auf das Nudelholz zu bringen. Idealerweise schreibt man auf der Seite mit dem doppelseitigen Klebeband vor, dann ausschneiden und beim Bekleben darauf achten, dass die Buchstaben dann auch entsprechend angeordnet sind.

Für die Schrift kam dann die Farbe Gold zum Einsatz. Die sah anfangs ganz schön trüb aus, wurde nach dem Trocknen aber besser.

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Beim Druck der Schrift unbedingt darauf achten, dass man im Muster-Verlauf bleibt. Nicht, dass die Motive oder die Schrift später auf dem Kopf stehen. Nun müssen die Bögen eigentlich nur noch trocknen. Und fertig ist unser selbst gedrucktes Geschenkpapier. Zugegeben: Wir haben dafür locker drei bis drei einhalb Stunden gebraucht. Aber dafür hat die ganze Familie mitgemacht und es war eine tolle gemeinsame Aktion. Sogar das Kind hat sich mal ausnahmsweise nicht gelangweilt. 😉

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